Migration und Entwicklung


Forschung zu Migration, Integration und Entwicklungspolitik

Migration ist in modernen Gesellschaften weder Randphänomen noch Ausnahmeerscheinung. Derzeit gibt es weltweit ca. 190 Mio internationale MigrantInnen, das heißt rund 2,5 % der Weltbevölkerung lebt ausserhalb des Landes, wo sie geboren wurde.

Das Institut will auf lokaler und nationaler Ebene mit seiner Arbeit sowohl im Bereich der Forschung also auch bei der Suche nach praxisorientierten Lösungen dazu beitragen, das Bewusstsein für die Situation und Probleme von Einwander/innen in Deutschland - seien es Aussiedler/innen, Flüchtlinge oder Arbeitsmigrant/innen - zu stärken. Desweiteren geht es darum, entsprechende politische und gesellschaftliche Handlungskompetenz im Bereich der Migrations-, Minderheiten- und Entwicklungspolitik zu schaffen.

Migrationsfragen erstrecken sich auf alle Lebensbereiche (z.B. Arbeitsmarkt, Bildung, Gesundheit, Kultur, Staatsbürgerrecht, Wohnen, Wirtschaft, Medien, Umwelt- Sozial- und Entwicklungspolitik). Soziale Gruppen und Einzelne gestalten im Eingliederungsprozeß ihre jeweilige Lebenspraxis, indem sie auf biographisch verfügbare, teils mitgebrachte, teils vorgefundene kulturelle Lebensformen zurückgreifen. Ein wichtiges Anliegen des Instituts ist, die Situation und Probleme der unterschiedlichen Gruppen von Zuwanderer/innen in ihren kommunalen, regionalen und nationalen Zusammenhängen sowie mit den internationalen politischen und wirtschaftlichen Wechselbezügen zu erfassen und - wo möglich - gemeinsame oder auch spezifische Perspektiven für eine aktive Migrations-, Integrations- bzw. Entwicklungspolitik zu entwickeln, in der sich die Interessen und Bedürfnisse der unterschiedlichen Gruppen und Akteure wiederfinden.

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Migration und Entwicklungspolitik

Der Zusammenhang zwischen Migration und Entwicklung rückt in den letzten Jahren verstärkt in den Blickpunkt. Schon die Tatsache, dass Rücküberweisungen der MigrantInnen in ihre Herkunftsländer die offizielle Entwicklungshilfe der Industrieländer bei weitem übersteigen, macht die Bedeutung der Diaspora-Gemeinschaften für die Entwicklung ihrer Herkunftsländer deutlich. Doch das Potential von MigrantInnen liegt nicht allein in den ökonomischen Rolle der Transferleistungen. Berufliche Kenntisse und Fähigkeiten und interkulturelle Vermittlungskapazitäten machen MigrantInnen tendenziell zu interessanten PartnerInnen von staatlicher und zivilgesellschaftlicher Entwicklungszusammenarbeit.  

Der Schnittpunkt von Migration und Entwicklung hat sich in den letzten Jahren zu einem Politikfeld gewandelt, in dem die Potentiale von MigrantInnen betont werden. Eine Vielzahl von Akteuren und Interessengruppen versucht, im Bereich der Migrations- und Entwicklungspolitik Einfluss zu nehmen. Dabei kommt es nicht selten zu Zielkonflikten zwischen unterschiedlichen Akteuren und Politikbereichen. Für einige Länder dient die Migrationsproblematik dazu, mehr Entwicklungshilfeleistungen einzufordern. Ein erhöhter finanzieller Transfer in Entwicklungsländer, so wird argumentiert, sei ein geeigneter Schlüssel, um Migrationsströme durch eine verbesserte wirtschaftliche Entwicklung im eigenen Land einzudämmen. Gleichzeitig herrscht unter den MigrantInnen und Diaspora-Gemeinden keinesfalls Einigkeit darüber, wie und in welcher Form in ihrer Heimatregion "Entwicklungshilfe" geleistet werden könnte. Selbst wenn das Gesamtvolumen individueller Rücküberweisungen überraschend hoch ausfällt, sind Direktinvestitionen, Projekte im Bereich der Armutsbekämpfung sowie die Förderung demokratischer Strukturen eher die Ausnahme.

Studien zur wirtschaftlichen und psychosozialen Dimension von Migration

Im Bereich seiner wirtschaftspolitischen Analysen hat sich das Institut die Aufgabe gestellt, wissenschaftlich fundierte Analysen zu den ökonomischen Auswirkungen der Migration, MigrantInnen als Ressourcen des Arbeitsmarktes, der ökonomischen Bedeutung von Rücküberweisungen und zu den psychosozialen Bedingungen der Remigration zu erstellen.
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